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Miteinander-Füreinander-Kommunikation

 
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Ashandra
Gast





BeitragVerfasst am: 27.04.2012, 10:40    Titel: Miteinander-Füreinander-Kommunikation Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,

durch den Thread über Aggressionsbewältigung und den Umgang mit jemandem der aggressiv ist, habe ich bemerkt, das viele Dinge, die ich im täglichen Umgang mit kranken und alten Menschen tue, auf fast jeden zutrifft.

In den meisten Problemen die Menschen miteinander haben, kann man doch feststellen, das mangelhafte oder falsche Kommunikation oft die Basis solcher Probleme sind. Vielleicht haben wir im Laufe unseres Lebens auch einfach verlernt miteinander zu kommunizieren. Fast alle Kommunikation ist auf das Verbale beschränkt. Wie wenig achten wir heute noch auf andere Kommunikationsmöglichkeiten.

Als Kinder, waren viele andere Möglichkeiten soviel einfacher. Oder auch in der Beziehung zwischen Mutter/Vater und kleineren Kindern.
Wenn ein Kind hinfällt und sich das Knie aufschürft ist doch unser erster Impuls, es in die Arme zu nehmen und auf die blutende Stelle zu pusten.
Würdet ihr auf die Idee kommen, zu erklären, das diese Wunde schon ganz bald Blutplättchen die verwundete Stelle verschließen werden und das ein faserreiches Ersatzgewebe als Endzustand der Wundheilung schon bald alles vergessen läßt?

Nein, wir nehmen in den Arm und pusten. So einfach ist das wenn man das Herz anstatt den Kopf kommunizieren läßt.

Kommunikation ist die Grundlage des Zusammenseins. Wir alle wollen doch das selbe. In erster Linie, Glücklich sein!
Wir alle wollen Anerkennung, Respekt, wir wollen gehört werden und unsere Gefühle ausdrücken. Wir wollen geliebt werden und sehnen uns nah menschlichem Kontakt.

Wenn ich nun aber besonders traurig bin, hilft es mir dann, wenn jemand da steht und mir sagt, ach was-Kopf hoch, das wird schon.
Fühle ich mich dann Anerkannt in meinen gefühlen und Bedürfnissen? Oder denke ich" du kannst das nicht verstehen"

Wenn mich jemand aber in den Arm nimmt und sagt " du bist wirklich sehr traurig", dann fühle ich mich eher verstanden. Denn ich und mein Gefühl wurden für gültig erklärt ohne mich und mein gefühl zu beurteilen.

Stell dir mal vor, deine pupertierende Schwester sitzt nörgelnd am Tisch und beschwert sich darüber die Suppe absolut ekelhaft schmeckt. Nicht weil sie wirklich eklig ist, sondern weil sie einfach gerade genervt ist und irgendetwas braucht um sich Ausdruck zu verschaffen. Deine Schwester will nur mal Dampf ablassen.

Nun sagst du " Du bist doch bescheuert, immer meckerst du"
Wird sich die Situaion dann wohl entspannen? ...
Wenn du aber zum Beispiel fragst, " ist das die schlimmste Suppe die du je gegessen hast?"

Ich bin sicher in diesem Fall sagt sie ja Winken , aber dennoch, du hast sie gehört, nicht bewertet und hast sie ihre schlechte Laune loswerden lassen. Ich bin sicher sie isst die Suppe weiter, weil plötzlich mekrt, die Suppe ist gar nicht so gräßlich.

Wenn nun jemand unglaublich wütend ist, dann macht es doch keinen Sinn jemanden sanft anzulächeln. Wie sagte Garfield so schön... nichts macht einen wütenden Menschen noch wütender, als ein lächelnder.

Spiegln und Wiederholen können so tolle Helferlein sein!

Wenn jemand wirklich grimmig schaut und brüllt " das ist doch alles Mist!"
dann hilft es tatsächlich, genauso grimmig zu schauen und einfach mal zu sagen " ja, das ist wirklich absoluter Mist!- was willst du jetzt dagegen tun?" Neutral

Was ich mit all dem sagen will, ich glaube es ist wirklich wichtig besonders nonverbale Kommunikation bewußter und häufiger einzusetzen.

Ich bin sicher, viele Zwischenmenschliche Probleme würden ein bißchen kleiner werden.

In diesem Sinne...fühlt euch umarmt Winken
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Arianith
Gast





BeitragVerfasst am: 27.04.2012, 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

Finde ich ganz toll und ich sehe (und tue) es genauso! Das Problem ist... die anderen nicht -.-

Ich hab ganz dolle Beispiele, bei denen ich mich über irgendwas beschwere und dann kommt ein "Stell dich nicht so an!". Das macht mich rasend, weil ich mich nicht "anstelle", sondern einfach mal Dampf ablassen muss.

Ich wünschte, jeder würde das hier so sehen wie du und ich ^^
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Ashandra
Gast





BeitragVerfasst am: 27.04.2012, 18:18    Titel: Antworten mit Zitat

Toll! Danke Ari Smilie

Ich weiß noch, als ich eine künstliche Befruchtung versucht hatte... wenn ich mal sauer war hieß es immer gleich: " Das sind die Hormone"
Das war ein paradebeispiel dafür wie es ist, wenn man nicht Ernst genommen wird.
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Arianith
Gast





BeitragVerfasst am: 28.04.2012, 15:06    Titel: Antworten mit Zitat

Jap. Genau dieses nicht Ernstgenommen werden ist es, was mich so tierisch wütend macht. Da fühlt man sich dann hilflos und unfair behandelt und wenn man sich dann nochmal aufregt, wird man direkt als durchgeknallt abgestempelt Lachen
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Tahira
Gast





BeitragVerfasst am: 28.04.2012, 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu,

vielen Dank für diesen schönen Thread!

Ich kann mich dem allem nur anschließen Smilie

Cu Tahira
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Feona Malea
Gast





BeitragVerfasst am: 28.04.2012, 17:05    Titel: Antworten mit Zitat

hug

Das ist wirklich sehr schön geschrieben. Ich werde oft launisch genannt ... dabei bin ich gar nicht so launisch - mir geht einfach nur auch was gegen den Strich und ich lächel nicht immer und bin auch nicht immer lieb. Manches Mal, weiß ich selber nicht, wieso ich so doof gelaunt bin - weil ich oft verdränge und schlucke ... statt es meist gleich rauszu"rotzen" ... und gleich gilt man als launisch.

Oder wenn man etwas diskutieren will - und der Andere ... geht einfach. Das ist schrecklich. Wieso kann man nicht einfach mal zu hören? Winken

Hach ja ...

Mir wurde schon gesagt: "Nur weil sie so empfinden und bei anderen merken, was sie brauchen ... können sie nicht davo ausgehen, dass es andere auch können. Das können nämlich die wenigsten Menschen ..."

Und das ... find ich wirklich schlimm.
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Ashandra
Gast





BeitragVerfasst am: 28.04.2012, 18:45    Titel: Antworten mit Zitat

Richtig, ob es an unserer Erziehung liegt? An der allgemeinen Ansicht der Gesellschaft, man dürfe niemanden mit seinen Gefühlen belästigen? Immer funktionieren?

Oft ist es ja aber so, dass wenn man tatsächlich mal raus"rotzt" ( toll geschrieben Winken ) das jeder sofort einen Lösungsvorschlag hat, anstatt tatsächlich mal zuzuhören. Das nervt!
Ich möchte nicht eine Lösung vorgeschrieben bekommen, ich möchte ernstgenommen und gehört werden.

Kann man nicht einfach die gefühle und deren Ausdruck eines anderen Menschen hinnehmen und als gegeben annnehmen?! Das würde vieles so viel einfacher machen, oder?
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Athena
Gast





BeitragVerfasst am: 30.04.2012, 20:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube viele Menschen haben schlicht und einfach keine Lust auf "Deine" Gefühle und Befindniss einzugehen und auch gar kein Interesse daran, zu ergründen woher sie kommen. Deshalb wird der Zustand schnell mit einer Floskel abgetan, damit sich bloß keiner damit auseinander setzen muß. Belastet doch nur, wenn man sich auch noch über anderer Leut Probleme den Kopf zerbrechen soll Sehr böse
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Feona Malea
Gast





BeitragVerfasst am: 01.05.2012, 10:57    Titel: Antworten mit Zitat

Beim Tod meines Papas vor ein paar Wochen hab ich das auch sehr gemerkt. Die Leute wissen nicht wie sie reagieren sollen und ganz viele sagen gar nichts oder auch schon mal "Ich weiß gar nicht was ich jetzt machen soll" ... das war mir das Liebste. Denn ich wollte gar nicht drauf angesprochen werden am Liebsten und auch nicht wie ein rohes Ei behandelt werden.

Wenn ich reden wollte - wollte ich das von mir aus tun und nicht weil einer wissen will, wie und wieso und überhaupt. Da hab ich eher abgeblockt.

Auf der anderen Seite hab ich auch oft beobachtet, dass ich zuhöre und wenn ich mal was habe ... und reden will ... wird mir gar nicht richtig zugehört. Aber so sind viele Menschen glaube ich ... und hier gilt es auch für jene unter uns aufzupassen, dass wir keine Seelenmülleimer werden und uns die Energie weggezogen wird.
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randolf_rodmo
Gast





BeitragVerfasst am: 01.05.2012, 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

Feona Malea hat Folgendes geschrieben:
Beim Tod meines Papas vor ein paar Wochen hab ich das auch sehr gemerkt. Die Leute wissen nicht wie sie reagieren sollen...

Das habe ich ähnlich erlebt. Man ruft irgendwo an und sagt "Guten Tag, ich hatte einen Trauerfall in der Familie und möchte nun folgendes ummelden". Als Antwort kommt dann oft ein "Äh, ja, moment ich schau mal was nach..."
Viele sind da schlagartig überfordert. Und diejenigen die offen zugeben das sie sprachlos sind, sind ja wenigsten ehrlich.

Auf der Arbeit bekommt man dann auch gerne mal zu hören das man doch wohl privat und geschäftlich trennen könnte... Wenn ich das 100% trennen könnte, wäre ich bestimmt in Behandlung wegen einer gespaltenen Persönlichkeit.
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Amitiel
Gast





BeitragVerfasst am: 02.05.2012, 01:54    Titel: Antworten mit Zitat

Kommunikation findet ja auf so vielen verschiedenen Ebenen gleichzeitig statt, daß man nachher nie 100%ig sagen kann, wie nun jemand wirklich etwas gemeint hat. Wir interpretieren ja alles - Gesichtsausdrücke, die Körperhaltung, die Stimmlage, jedes Luftholen oder Zögern an unerwarteter Stelle im Satz, und vieles davon interpretieren wir, ohne uns unsere eigene Interpretation jemals bewußt zu machen. Ich denke, hier liegt das Hauptproblem - daß wir interpretieren (müssen). Im Prinzip ist das ja gut und schön, und wenn man einen anderen Menschen in- und auswendig kennt, liegt man auch meistens richtig.

Aber, und das kennt jeder von uns: Wir werden selbstverständlich auch interpretiert. Wer hat das nicht schon erlebt, daß uns schlechte Laune unterstellt wird, die wir gar nicht haben, nur weil wir nicht so drauflosplappern wie an anderen Tagen? Oder daß uns unterstellt wird, wir seien verliebt, nur weil wir uns von ganzem Herzen freuen, jemand besonders Sympathisches kennengelernt zu haben? Hier krankt unsere Kommunikation in beide Richtungen: die eine Seite zieht Schubladen auf (Erwartungshaltungen, Erfahrungen) und packt hinein, ob es paßt oder nicht, damit man darüber nicht weiter nachdenken muß - und die andere Seite fürchtet sich womöglich schon von der netten platonischen Bekanntschaft zu erzählen, aus Angst, gleich wieder als verliebt eingestuft zu werden.

Natürlich muß es in einer Gesellschaft eine gewisse Grundlage geben. 'Wer das und das sagt, meint so und so.' Aber ich glaube, wir gehen mit diesen Vereinfachungen zu weit, interessieren uns zu wenig dafür, was wirklich hinter einer schweigsamen Miene oder einer bestimmten Formulierung steckt. Oft gehen auch spontan irgendwelche persönlichen Gefühlsprozesse los. Als Beispiel: Jemand sagt irgendwas, und obwohl ich vielleicht nicht einmal persönlich gemeint war, fühle ich mich gekränkt (vielleicht berührt es eine Schwäche von mir oder jemand anderes hat mich früher mal ähnlich beleidigt). Dann denke ich entweder "Arschloch" und gehe weg oder ich schieße eine verbale Breitseite zurück an jemanden, der sich vielleicht über sein vermeintliches Vergehen gar nicht im Klaren ist. In beiden Fällen habe ich auch nicht kommuniziert - ich habe nicht auf das reagiert, was diese Person gesagt hat, sondern nur auf die Gefühle, die ich selbst darauf entwickelt habe.
Aber wer gekränkt, genervt oder überrascht ist, nimmt sich selten die Zeit, einmal durchzuatmen und zu fragen "meinst Du mich?" oder "kannst Du das mal erklären?"

Und übrigens - wenn zu mir ein guter Freund kommt und einfach anfängt, sich auszukotzen, dann gehe ich erstmal davon aus, daß er kommt, weil er ratlos ist. Daher biete ich natürlich Rat an, wenn ich irgendeine Idee zu seinem Thema habe, schließlich mag ich meine Freunde und will sie nicht blockiert sehen auf ihren Wegen. Wenn das nicht gewünscht war und ich dafür, daß ich zugehört und mir einen Kopf gemacht habe, auch noch angeblafft werde, bin ich ebenfalls gekränkt. Wer einfach nur mal seine Lasten von der Seele jammern will, der kann das auch vorher sagen: "Ich muß mich nur mal auskotzen." Das ist doch nicht schwer. Wir sollten uns nicht als Super-Kommunikatoren darstellen, nur weil einige von uns vielleicht besser zuhören können als die breite Masse der Menschheit... und dann erwarten, daß diese breite Masse unsere Gedanken liest und intuitiv immer richtig auf unsere schwankende Gefühlslage und unsere total unterschiedlichen Bedürfnisse reagiert. Sorry, aber das ist unser Kommunikationsversagen. Winken

Ich bin selbst sehr, sehr unterschiedlich drauf. Wenn ich extrem geschlaucht nach Hause komme und nicht allein bin, dann warne ich die Leute um mich herum schon vor: Heute bitte nicht anfassen, ich will jetzt bloß noch meine Ruhe. Oder: Frag mich jetzt nichts, ich erzähle später.

Das hier finde ich auch ganz interessant: http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation
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