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(Beruflich) Perspektiven finden / Selbsterkenntnis

 
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Lenya
Gast





BeitragVerfasst am: 18.05.2011, 23:45    Titel: (Beruflich) Perspektiven finden / Selbsterkenntnis Antworten mit Zitat

Hallo,

momentan werde ich den Eindruck nicht los, dass ich mich (vor allem beruflich) nur noch im Kreis drehe und mir dabei auf die eigenen Füße trete. Mir fehlt der Sinn dafür, zu erkennen, wo ich eigentlich hin will.

Dazu ein biographischer Abriss: Vor dreieinhalb Jahren habe ich mein Studium (Magister Pädagogik/ Fachbereich Beratung, Deutsche Literaturwissenschaften) abgeschlossen mit 1,9, also gar nicht mal so schlecht. Neben dem Studium habe ich in der Sozialarbeit einiges gemacht (Gruppenleitung, Einzel- und Paarberatung) und das Ganze mit Öffentlichkeitsarbeit verbunden. Es begann damit, dass mein Chef auf mich zukam und fragte, ob ich "als Germanistin" nicht ein paar Werbetexte schreiben möchte, mit der Zeit kamen auch Webdesign, Flyer- und Poster-Konzeption, Organisation, Veranstaltungs- und Krisenmanagement, Netzwerke und Pressearbeit hinzu. Ich war also gut beschäftigt und bekam auch viel positive Resonanz von Kollegen und Klienten. Die Stelle musste ich aufgeben, weil ich die 60-Stunden-Woche zum Ende hin nicht mehr mit der Magisterarbeit vereinbaren konnte und einen guten Abschluss haben wollte. Zudem kam eine neue Kollegin dazu, die mich gemobbt hat, das hat mir dann den Rest gegeben für meine Entscheidung, zu gehen. Habe dann also 2 Monate lang "nur" recherchiert und geschrieben.
Mein Wunsch war es zunächst, nach dem Studum im Bereich Öffentlichkeitsarbeit weiterzumachen, also habe ich mich auf Hunderte Trainee- und Volontariatsstellen beworben und nur Absagen kassiert. Von wenigen waren Gründe zu erfahren, wenn doch, habe ich mich bemüht, nachzubessern, wo es ging. Neue Fremdsprachen (aktuell drei) und erweiterte technische Kenntnisse (HTML & Co.) konnte ich mir noch selbst aneignen, Branchenkenntnisse wurden mit der Zeit immer schwieriger, denn inzwischen saß ich auf Hartz IV fest. Ehrenamtlich darf man zwar im geringen Maße arbeiten, was ich auch tue, unbezahlte Praktika wurden mir jedoch verboten, wenn ich nicht den Leistungsbezug verlieren wollte. Und von irgendwas muss ich ja meine Miete zahlen, die wenigen unterbezahlten Honorarstellen und Aufträge, die ich ergattern konnte, reichten von vorne bis hinten nicht. (Und ich habe keine sehr hohen Ansprüche, ich habe z.B. an einem Projekt knapp 30 Arbeitsstunden verbracht für insgesamt 20 Euro, nur um überhaupt etwas zu tun zu haben.) Natürlich habe ich mich auch anderweitig umgeschaut, mich in so ziemlich jedem Bereich für Geisteswissenschaftler beworben, der mir einfiel, Medien (Presse, Rundfunk etc.), Verlagswesen, Agenturen,...
Irgendwann kam ich auf den Gedanken, dass ich in der Sozialarbeit vielleicht doch besser aufgehoben wäre und schickte nun auch in diese Branche zig Bewerbungen ab. Darauf liegt momentan auch der Schwerpunkt.
Eine Umschulung bekomme ich nicht, auch keine Zusatzausbildung, ich war schon mehrmals deswegen beim JobCenter und bei freien Bildungsträgern, und jedes Mal hieß es, dass dafür keine Mittel zur Verfügung stehen. Ein zweiwöchiges Bewerbungs-Coaching bekam ich, bei dem der Trainer meine Unterlagen und mein Verhalten in fiktiven Vorstellungsgesprächen und Assessment-Center-Aufgaben lobte und sagte, ich würde sicher bald etwas finden. Er hatte wohl Unrecht.
Inzwischen sind insgesamt dreieinhalb Jahre rum, die Anzahl der Absagen ist vierstellig(!) und die Begründungen sind immer andere. Mal fehlt es an noch mehr Fremdsprachen, mal an Erfahrungen in Agenturen, mal an mehr wirtschaftswissenschaftlichen Studieninhalten, mal an mehr Praxis im Arbeitsbereich mit Jugendlichen, Suchtkranken, Migranten - die Liste ließe sich endlos fortführen.
Ich glaube, irgendwann ist bei mir die Resignation eingetreten, ich habe mich auch motivationslos auf irgendwelche Stellen beworben, nur um irgendwelche Eigenbemühungen nachweisen zu können.
Vor ein paar Wochen habe ich gleich zwei Stellen gefunden, von denen ich nach langer Zeit endlich mal wieder dachte: "Ja, das ist es!" aber auch da kamen, trotz vorheriger sehr guter Telefonate, nur Absagen.

Ich weiß, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt schlecht ist, darum geht es mir auch gar nicht. Es geht darum, dass ich
1. das Vertrauen in meine Fähigkeiten und Qualifikationen völlig verloren habe
2. in einer Lage bin, in der ich (fast) jeden Job annehmen würde, um überhaupt irgendwas zu haben, aber absolut keinen Bezug mehr zu mir selbst habe und irgendeiner Idee, was ich eigentlich wirklich machen will
und
3. mental und psychisch deshalb ziemlich am Ende bin und daher nur noch wenig Zugang finde zu spirituellem Erleben

Mit energetischer Reinigung habe ich bereits versucht, Großputz, Räucherungen, Wasser. Meine innere Blockade scheint aber weiter vorhanden zu sein.
Deshalb wäre ein umfangreiches Ritual vermutlich auch nichts, was ich problemlos durchführen könnte.
Ich suche nach "den kleinen Dingen", wie es so schön heißt, um diese Blockade zu lösen, eine berufliche Perspektive zu finden, meine wahren Wünsche kennen zu lernen und endlich auch die Kraft dafür zu finden, für diese zu kämpfen. Etwas, das diese Dinge unterstützen kann. Vielleicht ein einfaches kleines Kerzenritual, Autosuggestion oder ein Talisman, genau weiß ich es nicht. (Da sind wir wieder an dem Punkt: Ich weiß nicht, was ich eigentlich will, das wirkt sich auf sehr viele Bereiche meines Lebens aus.)
Hat jemand eine Idee oder Anregung?

Vielen Dank schon mal an alle, die bis hierher gelesen haben.

Liebe Grüße.

Lenya
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Amitiel
Gast





BeitragVerfasst am: 19.05.2011, 00:23    Titel: Antworten mit Zitat

Also zuallererst einmal: Wow. Du scheinst eine unglaublich tatkräftige Frau zu sein. Du hast bis hierher wahnsinnig viel geleistet, ich kann das echt nur bewundern.

Was das spirituelle Problem angeht, schüttle ich jetzt einfach mal was aus dem Ärmel, aber da kommen sicher noch kreativere Vorschläge: Ich würde ganz spontan zwei ganz große, massive Kerzen anzünden. Ich denke da so an Altarkerzengröße. Eine schwarze, die Deinen ganzen angestauten Frust, Deine Zweifel, den ganzen inneren Krampf aufnehmen und verbrennen soll. Und eine weiße, die einfach nur für Dich leuchtet - Dir Licht und Wärme spendet, Dich fröhlich macht. Die kannst Du entsprechend weihen und anzünden, wann immer es Dir richtig erscheint, entweder gemeinsam oder auch mal nur die eine oder die andere.

Was die richtige Entscheidung im Beruf angeht, ist das natürlich schwierig. Du kannst Dich danach richten, was Dich wirklich im tiefsten Herzen glücklich macht, aber ich nehme an, das hast Du bereits. Wie steht es mit einer Ausbildung zum Mediengestalter? Die werden immer gesucht, das ist Arbeit, die Du schon geleistet hast und die Dir offenbar Spaß gemacht hat. Nur so ein Gedanke. Smilie Ich wünsche Dir jedenfalls ganz herzlich alles Gute und denke, jeder Betrieb könnte sich glücklich schätzen, Dich mit Deinem Elan als Mitarbeiterin zu haben. Ansonsten wäre auch eine Selbständigkeit / Existenzgründung überlegenswert, aber dazu müßtest Du natürlich sehr genau wissen, was Du machen willst.
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Feona Malea
Gast





BeitragVerfasst am: 19.05.2011, 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hast du bereits ein Für und Wider gemacht - für jeden Job der dich anspringt und wo du dich sehen könntest?

Wo zieht es dich wirklich hin?

Wie weit bist du bereit wirklich zu gehen?

Wo liegen deinen Wurzeln?

Wo möchtest du hin?

Was sind / waren immer dein Träume und Wünsche in deinem Leben?

Reflektiere doch all dies erst einmal - schreib es auf. Zünde dabei eine Kerze an, nimm dir Zeit, Ruhe und geh in dich. Antworte wahrheitsgemäß auch wenn es noch so "hochgegriffen" erscheint. Und dann - sehen wir weiter Smilie
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Lenya
Gast





BeitragVerfasst am: 19.05.2011, 22:20    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für eure Antworten.

Amitiel, deine Idee mit den zwei Kerzen finde ich sehr schön. Das werde ich auf jeden Fall ausprobieren. Danke dir auch für deine sehr liebe Einleitung, ich muss zugeben, dass es mir schwer fällt, das so zu sehen, dass ich etwas erreicht habe in meinem Leben. Ich werde bald 30 und habe noch nie in meinem Leben so viel mit meiner Arbeit verdient, dass ich komplett unabhängig von Anderen war. Während des Studiums habe ich immer wieder finanzielle Unterstützung durch meine Familie bekommen, heute vom Staat, und ich fühle mich sehr unwohl und schuldig bei diesem Gedanken.

Feona Malea, diese Fragen sind ganz fantastisch und sehr treffend formuliert, danke dir.
Die erste Frage kann ich beantworten. Ein "grobes" Für und Wider erkenne ich bei jedem Job, auf den ich mich bewerbe, also Grundsätzliches wie: Entspricht das meinen Fähigkeiten? Kann ich mir vorstellen, das zu machen? Möchte ich den Arbeitsort als Wohnort haben, wenn dieser zu weit entfernt liegt, um prblemlos pendeln zu können? Kann ich mich zumindest halbwegs mit den Zielen der Firma identifizieren, welche die Stelle ausschreibt oder widerspricht dies zutiefst meinen eigenen (z.B. ethischen) Überzeugungen?
Sehr viel tiefer gehend analysiere ich das bisher jedoch nicht.
Auf die anderen Fragen würde ich jetzt ganz aktuell ohne ausgiebige Reflexion antworten: Ich weiß es nicht. Das ist ja das Problem, ich habe den Bezug zu mir selbst verloren dadurch, dass ich immer mehr korrigiert habe in den letzten dreieinhalb Jahren, immer mehr Wünsche als unerreichbar abgetan habe, immer weiter relativiert habe und mir immer mehr Kompromisslösungen ausgedacht habe, die der Erweiterung des Bewerbungsfeldes dienen sollten. Es war ein ständiges "Bevor ich gar nichts mache, mache ich lieber dieses und jenes, auch wenn es nicht ganz das ist, was mir vorschwebt. Ich kann ja erstmal da und dort anfangen, um überhaupt erstmal was zu tun zu haben, später kann ich ja immer noch das tun, was mir wirklich Freude bringen würde" usw. Diese Träume und Wünsche, die vielleicht auch "hochgegriffen" waren / sind, wie du es treffend genannt hast, habe ich dabei aus den Augen verloren. Und nun stehe ich ratlos herum und weiß nicht, wo und wie ich sie wiederfinden kann, um Ansatzpunkte zu erhalten. Die Antworten zu finden wird also vermutlich etwas dauern, das ist eine "harte Nuss", die ich da knacken muss.

Liebe Grüße.

Lenya
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Amitiel
Gast





BeitragVerfasst am: 20.05.2011, 10:19    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Lenya,

dies hier ist meiner Meinung nach eine heftige Blockade:

Lenya hat Folgendes geschrieben:
Während des Studiums habe ich immer wieder finanzielle Unterstützung durch meine Familie bekommen, heute vom Staat, und ich fühle mich sehr unwohl und schuldig bei diesem Gedanken.


Aaaalso - bitte mach Dir mal folgenden Gedanken: Wer ein Geschenk nicht von Herzen annehmen kann, kann auch nicht von Herzen schenken. (Weiß gar nicht mehr, wo ich das mal gelesen habe.) Damit möchte ich nicht sagen, daß Du ein schlechter Mensch bist, Smilie sondern daß Du Dir selbst gestatten darfst, Dinge in Dein Leben hineinfließen zu lassen. Nein, um die Wahrheit zu sagen: Du musst es Dir gestatten, denn wo nichts rein fließt, kann auch irgendwann nichts mehr rausfließen, weil die Wanne leer ist - und genau diesen Punkt hast Du erreicht.

Eine frühere wohlhabende Freundin, die mir im Studium auch sehr geholfen hat, hat es mal so ausgedrückt: Als sie selbst jung war und das ganze Semester nur Tütensuppe gegessen hat, hatte sie auch Leute, die ihr geholfen haben. Und jetzt, mit Mitte 50, gibt sie gerne Geld an Menschen weiter, in deren Zukunft sie gerne investieren möchte, damit diese ebenfalls halbwegs unbeschwert zu Erfolg kommen und später in andere vielversprechende Leute oder Projekte investieren können.
Dies ist der Kreislauf. Deshalb lerne zuallererst mal, Deine Scham über soziale Abhängigkeiten durch ein Gefühl der Dankbarkeit zu ersetzen. Vielleicht klappt es mit einer Affirmation, so ungefähr: "Ich bin dankbar, jeden Tag genug zum Leben zu bekommen. Ich bin dankbar für die Hilfe, die mir zuteil wird."
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Engel der Träume
Gast





BeitragVerfasst am: 20.05.2011, 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

Lenya,



Die Problematik mit der Jobsuche kenne ich auch, ich habe auch Absagen bei der Jobsuche bekommen, genau wie bei dir haben sich einige Vorstellungsgespräche sehr Positiv angehört, wo ich gemeint habe, jetzt hast du ein Job bekommen, aber dann kam die niederschmetternde Absage, und das nicht eine,sondern innerhalb von drei Monaten über 130 Absagen, und das aus unterschiedlichsten Gründen, und das Problem mit dem Jobcenter das kenne ich auch zu genüge, zu wenig Fördergelder um sich weiter zu Bilden und so weiter sofort. Mittlerweile habe ich wie Du ein tief wo ich sage, es klappt ja doch nicht, ich habe wirklich nur sehr wenige Momente wo ich sage, es wird schon klappen, ich bin deswegen auch schon bei einem Psychotherapeuten gewesen. Ich Empfinde Hartz IV Beziehen zu müssen als erniedrigend, es knabbert sehr an meinem stolz, zumal meine Bemühung einen Job zu bekommen bisher alle gescheitert sind.

Was ich gegen die Negativen Sache n immer mache Lenya ist, ich Meditiere sehr viel, auch wenn es nicht viel bringt, aber das ist was ich dir auch Empfehlen könnte.


Lg Engel der Träume Smilie
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Feona Malea
Gast





BeitragVerfasst am: 20.05.2011, 11:38    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
ich habe den Bezug zu mir selbst verloren


Und das ist dein Ansatzpunkt für dein Problem!

Wie willst du etwas finden -bzw. es dich, wenn du selbst dich verloren hast und überhaupt nicht weißt wohin dein Weg gehen soll?

So kann das auch nichts werden!

Du musst dir erst einmal wieder klar werden: Wer bin ich? Wohin will ich? Was sind meine Ziele!?

Wenn du das für Dich herausgefunden hast: Was sind meine Ziele? und Wohin will ich? - dann kannst du einen Schritt weiter gehen.
Vorher bist du haltlos schwebend in der Luft und wie soll da etwas zu dir kommen, was dir überhaupt nicht gut täte und auch nicht für Dich bestimmt ist?

Lass dir Zeit in der Beantwortung - aber setz dich daran und beginne mal zu reflektieren.

Nach meiner Erfahrung geschieht nichts ohne Grund und wenn es oft auch sehr drastisch ist ... aber es hat seinen Grund Smilie
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