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Religiöse oder religionsfreie Kindeserziehung?
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Paramäleon
Gast





BeitragVerfasst am: 06.08.2009, 16:51    Titel: Religiöse oder religionsfreie Kindeserziehung? Antworten mit Zitat

Kevin hat Folgendes geschrieben:
Es wäre schwer, eine religionsfreie Erziehung aller Kinder der Welt zu ermöglichen. Aber sollten wir in Deutschland anfangen, die wir doch oftmals die Vorbilder für nicht so weit entwickelte Länder sind.
Wer mir jetzt kommt, mit jeder hat das Recht auf religiöse Freiheit, der kann sich das sparen; davon habe ich auch schoooon mal gehört =P
Aber kann man die freie Wahl eines Kindes bezüglich seiner Religion nicht erst dadurch ermöglichen, wenn es keinem vorgefassten Bild ausgesetzt wird und sein Gehirn darauf getrimmt wird?

Diese Frage finde ich sehr interessant und möchte sie hier zur Diskussion stellen.

Ich selbst bin kritisch-katholisch großgeworden, und ich bin bei allem sehr froh darüber, dass ich gewisse Dinge so gelernt habe, wie ich sie gelernt habe, zum Beispiel, dass es mehr als das Sichtbare zwischen Himmel und Erde gibt, oder auch ganz praktische Dinge wie Meditation. Ich möchte diese Erfahrungen nicht missen. Ich treffe immer wieder auf Menschen, die große Probleme haben, wenn sie z.B. auf einmal ihre seelischen Begleiter wahrnehmen und zuvor überzeugte Atheisten waren.

Ich fand es relativ leicht, neben dem Glauben an den katholischen Gott andere Götter zu akzeptieren, und neben Engeln andere Naturgeister.

Was »verbaut« man, wenn man Kinder religionsfrei erzieht? Oder »kann man die freie Wahl eines Kindes bezüglich seiner Religion nicht erst dadurch ermöglichen, wenn es keinem vorgefassten Bild ausgesetzt wird und sein Gehirn darauf getrimmt wird?«
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Einarr
Gast





BeitragVerfasst am: 07.08.2009, 09:54    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin ziemlich konservativ-katholisch erzogen worden. Früher fand ich das gut und war auch überzeugt davon. Aber irgendwann hab ich nen Schnitt gemacht und hab das Christentum auch ne ganze Weile rigoros abgelehnt. Heute seh ich das wieder ganz locker. Na ja, es sei denn, jemand glänzt durch extreme religiöse Verblendung Neutral

Kinder religionsfrei erziehen? Früher hätte ich mit einem lauten JA geantwortet. Leider ist die Praxis nicht immer so einfach, wie man denkt.

Meinen Großen wollte ich damals ganz unvoreingenommen erziehen und ihn später selbst entscheiden lassen - hab aber die Rechnung ohne mein Umfeld gemacht. Als er in entsprechendes Alter kam, wurde er mit Kinderbibeln und ähnlichem Kram überhäuft und er damit - sry, ich kann es nicht anders sagen - indoktriniert. Kritik meinerseits wurde überhaupt nicht verstanden. "Aber das ist doch schön und wichtig...", "warum sollen wir dem Kleinen nicht vorlesen?" *gnarf*.

Als ich bei meiner Mutter ausgezogen bin, und der Kleine da blieb, wechselte er den Kindergarten. Als ich meine Unterschrift geben sollte, kam plötzlich raus, dass es ein katholischer Kindergarten war. Meine Mutter hatte mir das absichtlich verschwiegen. Kritik: wie immer zwecklos.

Das nächste Thema war die Taufe. Oh je. Ich erinnerte sie daran, dass ich das Kind eigentlich neutral aufwachsen lassen sollte. "Aber das ist doch neutral - und überhaupt, Taufe ist nicht zum selbst aussuchen." Dann kam meine Schwester und warf ein, dass mein Kind in den Limbus (Fegefeuer) käme, falls es ungetauft sterben sollte (das war ihr vollster Ernst) - nu ja, mittlerweile hat ja selbst die Kirche eingesehen, dass der Limbus Schmarrn ist. Irgendwann äußerte mein Großer selbst den Wunsch, getauft zu werden. Dem hab ich dann zugestimmt, weils seine eigene Entscheidung ist - na ja, fast.

Bei Ragnar mach ich das GANZ anders. Ich pfeif auf Neutralität, ganz ehrlich. Ich möchte ihm eine religiöse Identität geben, nicht allein deswegen, damit andere sich nicht dazu berufen fühlen. Wenn jemand mit ner Kinderbibel kommt, kann ich dann dankend ablehnen - bei nem moslemischen Kind käme ja auch keiner auf die Idee Winken. Später kann er sich selbst aussuchen, was er sein möchte.

Ab einem gewissen Alter sind doch die Köpfe der Kinder geradezu voll von Magie, unsichtbaren Freunden, Geistern und sonstigen Gestalten. Warum nicht ein positives Bild in den Köpfen der Kinder formen? Ich weiß noch, wie z. B. die Weihnachtszeit einen totalen Zauber hatte, weil ich überall Engel und das Christkind gesehen hab Smilie. Warum nicht überall Elfen und Zwerge sehen statt Engeln? Ich denke, Kinder haben einen natürlichen Zugang dazu, den man nur pflegen muss. Erwachsene haben es denk ich schwerer.
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Delian
Gast





BeitragVerfasst am: 07.08.2009, 10:40    Titel: Antworten mit Zitat

Ganz ohne religiöses Zutun ein Kind zu erziehen finde ich nicht richtig. Ich finde es wichtig, einem Kind grundsätzlich schon den Glauben a "etwas unsichtbares" zu vermitteln, an eine Seele und an die Kraft des Betens. Das ist eine Grundlage, die für mich zur Kindeserziehung dazu gehört.

Auf dieser Basis aufbauend kann der Rest dann "neutral" erfolgen. Wenn ein Kind grundsätzlich schon mal weiß, dass es "etwas Unsichtbares" gibt, kann man ihm auch leichter vermitteln, dass die einen Menschen an dies glauben und die anderen Menschen an das, die einen in eine Kirche gehen, die anderen in Synagogen, Moscheen oder in den Wald.

Es ist nicht möglich, ein anti-religiöses Vakuum zu erzeugen, weil wir nun mal in Gesellschaften leben mit vielen verschiedenen Religionen. Da ist es meiner Meinung nach wichtig, dem Kindeine Grundlage zu vermitteln, auf der aufbauend es dann später seinen eigenen, religiösen Weg gehen kann.
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Leah de Re
Gast





BeitragVerfasst am: 07.08.2009, 11:51    Titel: Antworten mit Zitat

Delian hat Folgendes geschrieben:
Es ist nicht möglich, ein anti-religiöses Vakuum zu erzeugen, weil wir nun mal in Gesellschaften leben mit vielen verschiedenen Religionen. Da ist es meiner Meinung nach wichtig, dem Kindeine Grundlage zu vermitteln, auf der aufbauend es dann später seinen eigenen, religiösen Weg gehen kann.


Abgesehen davon üben Eltern nun einmal eine Vorbildwirkung aus. Sei es im positiven oder negativen Sinne. Dazu kommt dann noch der Einfluss durch das direkte und indirekte Umfeld.

Es ist nicht möglich ein Kind religionsfrei zu erziehen. Das ist Nonsens.
ABER man kann es dazu anleiten (so gut wie möglich) vorurteilsfrei mit den verschiedenen Glaubensrichtungen umzugehen. Und man kann ihm die Freiheit vermitteln selbst wählen zu dürfen. Dazu ist natürlich ein gewisses Basiswissen von verschiedenen Richtungen notwendig.

Wer zB meint der Islam kenne Jesus nicht, der irrt gewaltig. Und wer glaubt, dass Zeugen Jehovas nicht ins Kino gehen, der hat keine Ahnung.

Ich verstecke mich nicht vor meinem 2jährigen Sohn, wenn ich meine Feiertagsrituale abhalte. Wenn er später einmal Fragen hat, dann werde ich sie ihm gerne beantworten. Egal worum es geht. Sei es Glaube, Politik oder sonst was.

So nebenbei: Ich freu mich schon auf die Frage "Warum ist der Himmel blau?" Winken
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Kevin
Gast





BeitragVerfasst am: 07.08.2009, 13:05    Titel: Antworten mit Zitat

Also, ich denke man solle hier zwischen Religion und allgemeinen Glauben an etwas unterscheiden.
Ich denke weiterhin, dass man ein Kind nicht mit Religion erziehen sollte, weil es dadurch zu sehr in eine Richtung gedrängt wird. Aber eine Erziehung, die darauf ausgerichtet ist, die Offenheit, wie ihr schon gesagt habt, zu erhalten, für Dinge die außerhalb unseres Verständnisses liegen.
Es ist schwer, da den Unterschied zu ziehen, aber ich glaube, dass es wichtig ist, ein Kind nicht mit Religion zu belasten.
Es gab mal einen Leserbrief im Geo-Magazin, der den Spruch enthielt:
"Das wahre Paradies ist eine Welt ohne Religionen."
Und ich denke, DAS hätte uns eine Menge erspart =P
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Ashmodai
Gast





BeitragVerfasst am: 07.08.2009, 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, ich kann nur sagen, dass ich im großen und ganzen katholisch aufgewachsen bin. Ich bin zur Kommunion gegangen, ich wurde gefirmt, ich hatte katholischen Religionsunterricht und Schulgottesdienst.
Es hat mich trotzdem nicht davon abgehalten, mein eigenes Weltbild und meine Sicht der Dinge zu haben. Ich fühlte mich auch nie zu irgendwas gedrängelt oder gezwungen. Zwischenzeitlich hatte ich den Religionsunterricht auch mal abgewählt - nahm ihn aber ein oder zwei Halbjahr(e) später wieder hinzu.
Religiöse Erziehung bedeutet doch nicht, dass einem das Hirn gleich zerquirlt wird. Winken (Zumindest muss es das nicht. Ist ja nicht jeder irgendwie extrem.)
Gut, vielleicht ist es bei mir anders, weil meine Eltern eher an dem interessiert sind, was ich glaube und keine strengen Katholiken sind.
Und ich persönlich fände eine Welt ohne Religionen absolut unparadiesisch. Was ich glaube, ist ja auch irgendwie meine Religion - und das will ich nicht missen.
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Ashandra
Gast





BeitragVerfasst am: 07.08.2009, 13:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe keine Art der religiösen Erziehung bekommen. Ich war völlig frei und konnte mich finden.

Meinen Weg habe ich sehr früh entdeckt und entdecke ihn noch immer.

Ich denke doch, die Basis einer jeden Religion ist die Ethik und die kann man mitgeben ohne eine bestimmte Richtung einzuschwenken.
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Delian
Gast





BeitragVerfasst am: 07.08.2009, 13:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde es schwierig, die Begriffe "Religion" und "Glaube an etwas" zu trennen. Auch der "Glaube an etwas" ist eine Religion und selbst Atheisten können sich auf die Religionsfreiheit als Menschenrecht berufen, weil auch der Glaube an "nichts" ein gewisser Glaube ist.

Glaube und Religion sind so eng verwoben, das kann man in meinen Augen nicht trennen.
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Kevin
Gast





BeitragVerfasst am: 07.08.2009, 14:31    Titel: Antworten mit Zitat

Davon sprach ich ja Delian. Es ist sehr schwer, das weiß ich.
Aber ich habe zum Beispiel einen Kumpel, der ist sehr strend katholisch erzogen. Er wollte es aber nie, aber seine Eltern haben ihn nicht seinen Weg gehen lassen. Und deshalb hat er versucht sich umzubringen. Zum Glück konnten die im Krankenhaus ihn zurückholen...
Und auch meine türkischen Freundinnen wünschten sich lieber ohne Religion aufgewachsen zu sein, damit sie jetzt nicht diese Werte hätten, bei denen sie Angst haben, dagegen zu verstoßen. Obwohl sie es wollen und nicht wirklich religiös sind, trauen sie sich nicht Sex zu haben.

Ich weiß, dass viele Eltern da viel lockerer sind. Sie schlagen dem Kind eher eine Bahn vor. Aber mich grauelt's vor solchen Eltern wie oben beschrieben. Und das findet sich noch sehr viel in islamischen und mediteranen-katholischen Familien. Und ich glaube, dass in solchen Fällen, eine religionsfreie Erziehung viel besser gewesen wäre. Dass die Umsetzung um einiges schwerer ist, ist mir klar.

Werte lassen sich auch durch unreligiöse Erziehung übermitteln. Ich bin durch meine Erziehung mit christlichen Werten stets der Spielverderber meiner Freunde, weil ich bei keinem "Scheiß" mitmachen mag. Das belastet mich auch manchmal, weil ich mir wünschen würde, dass meine Ethik und Moral eine etwas andere wäre.
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Delian
Gast





BeitragVerfasst am: 07.08.2009, 15:18    Titel: Antworten mit Zitat

Von einem Extrem ins andere zu fallen ist keine Lösung und kein Fortschritt. Eltern, die ihren Kindern jede Form von religiösen Umgang verbieten und auf die religiösen Bedürfnisse der Kinder nicht eingehen, sind nicht wirklich besser. Das ist nur die andere Seite desselben Extrems. Damit lösen sich die Probleme nicht auf, so entstehen Kinder, die keine Ahnung von Religion haben und bei denen erst eine große Lebenskrise kommen muss, bis diese Menschen mal beten lernen.

Stell dir mal jemanden vor, der sein ganzes Leben sich nie mit Religiösen Themen beschäftigt hat, nicht an Geister oder auch nur eine Seele glaubt. Kannst du dir vorstellen, was für ein Schock es für ihn ist, wenn er dann stirbt?

Sofern er dann überhaupt noch erkennt, dass er tot ist! Eine nicht-religiöse Erziehung ist der beste Weg, Geister zu erschaffen, die ihren eigenen Tod nicht registrieren und als unerlöste Seelen weiter hier herumwandern, weil sie schlichtweg nicht an ein Leben nach dem Tod glauben.
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Kevin
Gast





BeitragVerfasst am: 07.08.2009, 23:35    Titel: Antworten mit Zitat

Das bezweifle ich.Wir gehen ja nicht mit unserem menschlich-nüchternen Verstand über.
Demnach müssten ja mehr als die Hälfte der Deutschen hier rumspuken. Denn mehr als 50% nennen sich Atheist.
Und einige sind eben auch ohne Religion aufgewachsen und haben es ziemlich gut überstanden. Ich will ja auch nicht, dass man in das gegenteilige Extrem fällt, sondern einem Kind nicht den Weg als absoluten verkauft, sondern ihm die Möglichkeit gibt, viele verschiedene zu gehen.
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Delian
Gast





BeitragVerfasst am: 08.08.2009, 06:04    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Denn mehr als 50% nennen sich Atheist.


Sich Atheist nennen und es sein, das sind zwei verschiedene Sachen. Frag die Menschen, ob sie an eine Seele glauben, dann bist du schon bei wesentlich mehr als 50% Winken

Dazu kommt, dass nicht 50% der Menschen einfach so sterben. Es sterben sogar recht wenige Atheisten. Viele beschäftigen sich erst im Alter mit dem Tod und dem danach und bei den über 60jährigen gibt es zig Leute, die nach und nach wieder in die Kirchen eintreten.

Zitat:
Kind nicht den Weg als absoluten verkauft, sondern ihm die Möglichkeit gibt, viele verschiedene zu gehen.


Da stimme ich dir schon zu. Aber eine völlig anti-religiöse Erziehung raubt dem Kind die Chance, einen religiösen Weg zu gehen oder macht es sehr schwer. Wie viele Hexen hier haben als Jugendliche Probleme gehabt, weil ihre Eltern nicht an Magie glaubten und ihre Kinder vor diesen "Spinnereien" fernhalten wollen? Entsprechende Threads haben wir immer wieder hier!

Wenn man seinem Kind keinen bestimmten Weg vorgeben, aber auch keinen Weg nehmen will, muss man ihm zumindest den Glauben vermitteln, dass es MÖGLICH ist, dass etwas "mehr" existiert. Eine atheistische Erziehung (es gibt keine Seele, es gibt keinen Gott) ist auch wieder eine Erziehung, die einen Glauben vermittelt, den Glauben an "nichts".
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Ashmodai
Gast





BeitragVerfasst am: 08.08.2009, 06:57    Titel: Antworten mit Zitat

Kevin hat Folgendes geschrieben:
Das bezweifle ich.Wir gehen ja nicht mit unserem menschlich-nüchternen Verstand über.


Anfangs doch, muss ich sagen.
Wir sterben ja nicht und sind in gleicher Sekunde - schwupps - wieder der, der wir eigentlich sind.
Auch da braucht es, bis das Wissen, die Wahrnehmung und ähnliches wieder nachsickert.
Manche sind auch noch so in ihrem eigenen Drama gefangen, dass sie gar nicht wahrnehmen, wenn sie abgeholt werden wollen etc.
Aus der Erfahrung, die ich ganz persönlich mit solchen Dingen gemacht habe, kann es durchaus sein, dass sich da welche fürchten, denken sie sind allein und in einem Wesen, das sie empfängt etwas Bedrohliches sehen oder auch gar nichts mitbekommen. Da "spuken" sicherlich genügend Leute rum, die einfach nicht realisieren (wollen), dass sie tot sind und es weitergeht.
Das ist aber nur meine Sichtweise und Erfahrung.
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Delian
Gast





BeitragVerfasst am: 08.08.2009, 07:25    Titel: Antworten mit Zitat

Ashmodai hat Folgendes geschrieben:

Das ist aber nur meine Sichtweise und Erfahrung.


Nicht nur deine Sehr glücklich
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2Wölfe
Gast





BeitragVerfasst am: 08.08.2009, 09:49    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, ich bin ebenfalls völlig religionsfrei erzogen worden - das erschien meinen Eltern, die beide einen christlichen Hintergrund und einen Nachbarn von der Stasi hatten, einfach sicherer für meine Zukunft. Es hat mir aber wirklich nichts erschwert; ich habe immer gebetet, selbst als kleines Kind, als ich noch gar nicht wußte, daß es ein Konzept "Gott" gibt. Ich wußte gar nichts, habe aber gebetet, ganz automatisch und ohne darüber nachzudenken, wann immer mir etwas wichtig war.
Daher denke ich, es ist nochmal ein Unterschied, ob Eltern ihre Kinder ohne Religion erziehen, d.h. nicht in eine bestimmte religiöse Richtung hinziehen, oder ob sie sie mit aller Macht von allem Religiösen wegziehen und behaupten, das sei alles Humbug, dumm, böse usw.

Ich hatte eine Freundin, die immer zur Christenlehre gegangen ist und habe durch sie im Alter von vielleicht 9 oder 10 Jahren von Gott gehört. Sie hat mir erklärt, es gäbe 2 Arten von Christen, und auf meine Frage nach dem Unterschied, meinte sie: die Katholiken glauben, daß Mutter Maria über ihrem Kopf rumfliegt. Daraufhin meinte ich: gut, dann bin ich evangelisch. Von dem Tag an habe ich aktiv nach Gott und Glauben gesucht, habe mich selbst taufen und konfirmieren lassen und gleichzeitig mit Pfarrern über Dinge gestritten, die ich so nicht akzeptieren wollte. Ich habe Unmengen von Büchern gefressen und mit meiner Mutter und meiner besten Freundin (Pfarrerstochter) darüber diskutiert, und auf diese Art unglaublich leicht unglaublich viele Dinge gelernt, in meinem Tempo und immer das, was mich gerade interessiert hat.

Meine (irgendwann) eigenen Kinder werde ich sicher nicht auf dieselbe Art erziehen, sondern ihnen schon sagen, was ich denke. Und ich denke auf eine bestimmte religiöse Art. Aber sie werden ja auch einen Papa haben, und der ist Agnostiker und wird ihnen ebenfalls sagen, was er denkt. Daher bleibt ihnen wohl nichts anderes übrig, als sich selbst auf die Suche zu machen nach dem, was sich gesund und richtig für sie anfühlt. Ich finde das ohnehin die beste Art, einen Glauben zu finden; einfach irgendeinen Kindheitsglauben unreflektiert wiederzukäuen erscheint mir so lieb- und gedankenlos.
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