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Eira/Eir

 
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Eirashand
Gast





BeitragVerfasst am: 03.12.2009, 22:05    Titel: Eira/Eir Antworten mit Zitat

Eira/Eir bedeutet "die Heilende", "beste Ärztin" oder "sich Sorgende"
(eir = Hilfe, Gnade).

Sie ist die Göttin, bei der ich mich bedanke, wenn ich durch meine Massagen Linderung bringen kann.
Sie schützt mich auch davor, zu viel von den Gästen auf meiner Massageliege anzunehmen.
(So massiere ich zum Beispiel unter anderem seit 1994 die Füße und habe mich noch nie bei einer Warze angesteckt.)

Aber zurück zu Eira:

Eira/Eir gehört zu den Asen, einem Geschlecht der nordischen Gottheiten.
Sie sorgt für die Gesundhiet der nordischen Götter mit Hilfe der Zauberkräuter.

Auf der Erde unterrichtete sie sterbliche Frauen in der Heilkunst.
Sie lehrt, welche Kräuter zum Heilen geeignet sind und wie man am besten Wunden versorgt.

Man sagt, Eira wohne auf dem Lyfjaberg (Heilung).
Der Legende nach wurden alle, die ihren Berg bestiegen von allen Übeln und Krankheiten geheilt.
Ganz besonders heilkräftig solldieser Berg für Frauen sein. Auch Kinderwünsche soll Eira erfüllen können.

Außerdem steht Eira/Eir für Fürsorge, Mitgefühl, Körperbewußtsein.
Das passt zu mir, denn ich unterrichte seit Jahren unter anderem die Wohlfühlgymnastik und den Bauchtanz.
Somit ist Eira für mich eine sehr wichtige Göttin.

Eira wird auch mit einer Rune in Verbindung gebracht. Es ist Naudhiz, die Rune, die hilft, sein Schicksal anzunehmen uns sich ihm stark zu stellen. Die Rune, die auch zur Wiedergeburt/Weiterentwicklung aus der Krise heraus, verhilft und die bei Nöten aller Art hilft. (Aber mehr über die Rune hier erstmal nicht. *zwinker*)

Die Weide soll Eira zur Seite stehen. Sie gilt als Zauberpflanze der Hexen und soll bei Fieber Linderung bringen. Auch gilt sie als Schutzmittel gegen Feinde.
Aber auch die Eberesche, das Johanneskraut und die Kamille werden mit Eira in Verbindung gebracht.


Das Zeichen der Eira ist die Schlange, aber sie umgibt sich auch mit der Kröte.

Ihr Attribut ist der Mörser, mit dem sie die Heilpflanzen bearbeitet.

Eira sagt man nach, sie würde mit Violett arbeiten und natürlich mit der Farbe der meisten Kräuter, also mit Grün.
(Die Farbe Violett gilt in der Farbenheilkunde als das Morphium unter den Farben. Im alten China legte, man zum Beispiel Menschen mit Krampfneigungen (Epilepsie) in violettfarbene Tücher.)


Als Heilstein gilt der Bernstein, wobei der Bernstein ja eigentlich kein Stein ist.
Im Volksaberglauben gilt Bernstein als Schutz vor bösem Zauber.
Als Halskette getragen lindere er Halsschmerzen, so wird gesagt.
Sogar gegen Kropfbildung, Gicht, bei Bauchschmerzen, zu starken Monatsblutungen und weiteren Beschwerden soll Bernstein helfen.


Eira ist also eine heilfähige Frau.
Eigentlich zählt sie gar nicht zu den richtigen germanischen Göttern, sondern für Viele ist sie nur eine Art "Göttergehilfin".

Aber ich denke, dass ich nun genug geschwärmt habe.

Gern dürft Ihr Eure Fragen stellen oder sogar noch ergänzen.
Über Eira erfährt man nämlich sonst nur sehr wenig.
Ich würde mich freuen, weitere Informationen über Eira zu bekommen.

Licht und Liebe
Eirashand
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lotus
Gast





BeitragVerfasst am: 21.05.2010, 14:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

vielen lieben Dank für diesen tollen Beitrag.

Ich beschäftige mich in meinem Hobby "Living History" unter anderem auch mit dem Leben in Scandinavien (insbesondere Norwegen) um 800 n. Chr. ("Wikingerzeit"). Die Mythologie gehört da natürlich dazu.

Leider gibt die Edda tatsächlich kaum Auskunft über Eir, die für mich auch eine der sympathischsten Göttinnen ist. Auch sie steht mir nahe, denn beruflich arbeite ich ja mit Naturheilkunde. Ich finde es sehr schade, dass Eir so im Hintergrund steht.

Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass man Eir noch in Verbindung mit Engelwurz bringen kann, denn das wurde umfassend in Skandinavien verwendet, sowohl in der Küche, als auch in der Medizin. Die Bezeichnung ist in den alten Aufzeichnungen "hvönn".

Rein histologisch betrachtet ist es auch ziemlich schwer. Man hat ja nix aufgeschrieben.

Die ersten Pflanzenbücher und andere medizinischen Texte wurden ab dem 13. und 14. Jahrhunderten, nach der Christianisierung hinterlegt. Sie sind jedch geprägt durch den Glauben und den bekannten Methoden der damaligen Medizin, u. a.

- Theorien der medizinischen Fakultät an Salerno, Italien
- Arbeiten des griechischen Arztes Galens
- arabische Medizin von Avicenna

Vielleicht war die frühste, in Skandinavien veröffentlichte, Abhandlung das "Urtebogen" oder "Liber Herbarum" ("Das Buch der Kräuter") von Master Henrik Harpestreng (d. 1244) von Roskilde in Dänemark. Das Pflanzenbuch von Harpestreng enthält Übersetzungen aus "De Viribus Herbarum" von Macer (ca. 1090) und "De Gradibus Liber" durch Constantinus Africanus (1050, Salerno).

Dennoch sicher wussten einige Heiler/Innen in der "Wikingerzeit", wie Kräuter wirkten. Es gab auch da schon

Kräuter, die empirisch wirken.
Kräuter, die durch den Glauben wirken.
Kräuter, deren man eine magische Wirkung zuschrieb

Wie denkst Du denn darüber, was den Engelwurz anbelangt ?

Würdest Du mir Deine Quellen verraten, dass ich selbst einmal nachlesen kann. Dann könnten wir uns vielleicht über Eir noch besser austauschen.
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Eirashand
Gast





BeitragVerfasst am: 23.05.2010, 22:17    Titel: Antworten mit Zitat

Oh, wie schön, danke für die Infos.
Das ist sehr interessant, finde ich.

Mit dem Engelwurz bin ich mir nicht so ganz sicher, aber es wäre durchaus möglich, denke ich.
Eira hat sicherlich mit vielen Kräutern gearbeitet.

Du hast nach den Quellen gefragt.
Leider kann ich Dir da keine Konkreten Quellen nennen.
Vielmehr habe ich in den vergangenen Jahren sehr viel zu verschiedenen Themen gelesen und bin irgendwann auf Eira gestoßen.
Danach habe ich im Internet nachgeschaut und in unterschiedlichen Büchern und habe mich mit anderen Leuten ausgetauscht.
Immer fand ich nur wenige Schnipsel. Mal hier einen Satz über Eira und mal dort eine kurze Aussage.

Was ich hier geschrieben habe ist nur der Versuch, die wenigen Informationen aus ganz unterschiedlichen Quellen irgendwie zusammen zu fassen. Verlegen

Letztens hatte ich übrigens ein Buch in der Hand über die Germanische Götterwelt.
Dort stand sogar der Name Eira/Eir drin. Aber Eira wurde dort in zwei Sätzen abgehandelt.
Etwa wie folgt:
"Eira vom Lyfjaberg (Heilkräftiger Berg für Frauen).
Göttergehilfin"

Ich wäre froh, wenn ich noch mehr Informationen über Eira finden würde oder wenn mir liebe Menschen noch mehr über sie berichten könnten.

Licht und Liebe
Eirashand
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lotus
Gast





BeitragVerfasst am: 24.05.2010, 09:14    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Immer fand ich nur wenige Schnipsel. Mal hier einen Satz über Eira und mal dort eine kurze Aussage.

Was ich hier geschrieben habe ist nur der Versuch, die wenigen Informationen aus ganz unterschiedlichen Quellen irgendwie zusammen zu fassen.



Die Quellen sind deshalb interessant, um auch mal nachzuforschen, wo die Autoren ihr Wissen her haben oder ob das ggf. nur zusammen "gesponnen" ist. Wäre irgendwie schade ...
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Ashandra
Gast





BeitragVerfasst am: 24.05.2010, 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für diese tollen Infos zu Eira.
Es ist ja leider wirklich kaum etwas bekannt.

Über den Berg habe ich eine schöne Strophe gefunden:

Hyfiaberg heißt er, Heilung und Trost,
Nun lange der Lahmen und Siechen.
Gesund ward jede, wie verjährt war das Übel,
die den steilen erstieg.


(aus Fiölswidr, Ältere Edda, Götterlieder: Strophe 36)

Alle die, die schön länger als ein Jahr krank waren, sollen durch die Besteigung des berges geheilt worden sein.
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lotus
Gast





BeitragVerfasst am: 11.12.2013, 02:56    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe in der Zwischenzeit auch mal weiter geforscht, denn Eir ist meine "Lieblingsgöttin". Aber wirklich Neues gibts nicht.

Ebensowenig Neues, was die medizinische Versorgung aus der Wikingerzeit anbelangt.

Aus Vollmer's Mythologie aller Völker, Stuttgart 1874 stammt diese Definition:

"Die Göttin der Arzneikunst und Pflegerin der Götter, der Asen, für deren Gesundheit sie durch ihre Zauberkräuter sorgt.".

Auch nix Neues. Traurig

Irgendwo habe ich gelesen, dass Sie wohl auch in Verbindung mit der Krankenpflege Allgemein stehen soll. Hmm, da habe ich aber nun wirklich gar nichts gefunden, was das belegen könnte.

Interessant finde ich aber noch was anderes ...

In der Ólafs Saga, einem Teil der Snorri Sturluson's Heimskringla, gibt einen kleinen Einblick im Kapitel 234:

  • Die Wundversorgung übernehmen Frauen.
  • Die Wunden werden mit Wasser gereinigt.
  • Man gibt den Verwundetem Lauchsuppe zu essen, um festzustellen, wie tief die Wunde ist (Geruch von Lauch dringt ggf. aus dem Körper)
  • Man zieht das Eisen aus der Wunde mit einem Paar Zangen.


In der Njáls Saga, Kapitel 57 wird Hildigunnr, Tochter von Starkaðr vorgestellt. Sie bekommt den Namen "Hildigunnr læknir", also "Hildegunnr die Heilerin". Einige Kapitel später versorgte sie die Wunden von ihrem Vater und ihrem Bruder.

Eine andere Ärztin (læknir) wird in der Droplaugarsona Saga erwähnt.

Auch wenn die Sagas ja keine verläßliche Quellen sind, kann es kein Zufall sein, dass ausgerechnet für den Bereich Medizin und Heilkunde eine Göttin "zuständig" ist. Könnte man sich aus dem Fenster lehnen, und sagen, dass die Heilkunde im Großen und Ganzen FRAUENsache gewesen ist ?

Was denkt Ihr denn darüber ?
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lotus
Gast





BeitragVerfasst am: 22.12.2013, 23:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe ein wunderschönes Gedicht bzw. Gebet gefunden, welches die Autorin Galina Krasskova geschrieben hat. Es lautet:

Eir will ich heil sagen, der Göttlichen Ärztin.
Glücklich sind die, die ihrer Obhut anvertraut.
Sie ist weise und mächtig, und das Wohl ihrer Hand
stärkt die Verwundeten.
Ihre Werke sind mit einem rücksichtslosen Mitgefühl erfüllt,
und zu allen Dingen bringt sie das Geschenk
von mitreißender Beschaulichkeit.
Ich will diese mächtige Göttin preisen,
deren Berührung auf unserem Wesen ist
wie die Finger einer Meister-Gärtnerin,
die sich um einen winzigen Samen schließt und
ihn in die reiche, wartende Erde versenkt.
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