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Maponos

 
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Ashmodai
Gast





BeitragVerfasst am: 27.02.2012, 15:40    Titel: Maponos Antworten mit Zitat

In der keltischen Religion war Maponos bzw. Maponus (was soviel wie göttlicher Sohn bedeutet) ein Gott der Jugend der hauptsächlich im nördlichen Britannien bekannt war - aber auch in Gallien.
Zu Zeiten der römischen Besatzung wurde er mit Apollon gleichgesetzt.
In der walisischen Mythologie wurde offenichtlich Mabon ap Modron von Maponos abgeleitet und galt höchstwahrscheinlich als Sohn der Muttergöttin Dea Matrona. Auch der irische Gott Aengus, der auch schonmal Mac Óg (junger Sohn) genannt wird, ist wahrscheinlich mit Maponos "verwandt" wie auch die Charaktere Mabus und Mabonagrain aus der Artus-Legende.

Im Gallischen bedeutet mapos soviel wie Junge, seltener auch Sohn. Die Nachsilbe -on ist eine Vergrößerung und findet sich in einigen Götternamen. Im Inselkeltischen findet sich die gleiche Wurzel im Walisischen, Kornischen und Bretonischen mab, das Sohn bedeutet und sich vom britannischen mapos ableitet. Im Altirischen bedeutet macc ebenfalls Sohn und taucht in Ogham-Inschriften als der Genitiv maqui, maqqi auf.

Maponos symbolisierte die Jugend - was den Synkretismus mit dem griechisch-römischen Apollo erklären könnte.

Hinweise auf ihn finden sich hauptsächlich in Inschriften. Maponos wird in Gallien in Bourbonne-les-Bains und in Chamalières erwähnt, aber in erster Hinsicht im Norden Britanniens in Brampton, Corbridge (das antike Coria), Ribchester (damals Bremetenacum Veteranorum) und Chesterholme (in der Antike Vindolanda) beurkundet.
Einige Inschriften sind sehr einfach; wie z.B. Deo Mapono ("für den Gott Maponos") in Chesterholme.
In Corbridge gibt es zweimal die Widmung Apollini Mapono ("für Apollo Maponos") und einmal Deo Mapono Apolloni ("für den Gott Maponos Apollo").
Die Inschrift in Brampton, geschaffen von vier Germanen, richtet sich an den Gott Maponos und das Numen des Kaisers:
Deo / Mapono / et n(umini) Aug(usti) / Durio / et Ramio / et Trupo / et Lurio / Germa/ni v(otum) s(olverunt) l(ibentes) m(erito)

Diese Inschrift einer sarmatischen Einheit, die in Ribchester stationiert war, zeigt die Verbindung mit Apollo und kann sogar bis auf den Tag genau datiert werden (pridie Kalendas Septembres oder 29. August im Römischen Kalender im Jahr 241 vor Christus - das durch die Erwähnung zweier Konsule).
Deo san(cto) / [A]pollini Mapono / [pr]o salute d(omini) n(ostri) / [et] n(umeri) eq(uitum) Sar/[m(atarum)] Bremetenn(acensium) / [G]ordiani / [A]el(ius) Antoni/nus |(centurio) leg(ionis) VI / vic(tricis) domo / Melitenis / praep(ositus) et pr(aefectus) / v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito) / [de]dic(atum) pr(idie) Kal(endas) Sep(tembres) / [Im]p(eratore) d(omino) n(ostro) Gord[i]/[ano A]ug(usto) II e[t] Pon[peia]no(!) co(n)s(ulibus)

Der Name findet sich ebenfalls in einer Inschrift in Chamalières - in einem relativ langen magischen Text über 12 Zeilen, geschrieben in Gallisch auf einem gewalzten Bleiblech. Die zweite Zeile erbittet die Hilfe von Maponos: artiu maponon aruerriíatin.

Der Geograph von Ravenna, der anonyme Verfasser eines geographischen Werkes aus dem 7. Jahrhundert, nennt auch zwei Ortsnamen in Großbritannien, die sich auf Maponos beziehen. Locus Maponi, der "Ort des Maponos", wird zwischen Lochmaben und Lockerbie vermutet - der Ortsname Lochmaben könnte sich aus Locus Maponi entwickelt haben.
Maporiton, "die Furt des Maponos", ist wahrscheinlich Ladyward bei Lochmaben.
Der Lochmaben Stone befindet sich bei Gretna auf einer Farm namens Old Graitney (der alte Name Gretnas). Der Name des Steins ist eine Vereinfachung von Clachmabenm, was "Stein des Maben (oder Maponos)" bedeutet. Er war möglicherweise Teil eines Steinkreises und die Gegend ist wahrscheinlich ein Zentrum der Verehrung Maponos'.

Weiterführend findet sich hier einiges Interessantes zu Maponos.
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Éori
Gast





BeitragVerfasst am: 28.02.2012, 08:54    Titel: Antworten mit Zitat

Ui, vielen Dank für den Text (und die akkuraten latinischen Inschriftentranskriptionen Geschockt ) . Bei der Bramptoninschrift kann man toll sehen, dass Kelten und Germanen keine zwei strikt separierte Kulturräume waren, sondern sich gerade unter römischem Einfluss verquickt haben. Und das ganze klingt irgendwie nett: Treffen sich vier Germanen in Brampton... Sehr glücklich Bei den ganzen Parallelen zwischen Maponos und Christus als dem göttlichen Kind mit Bezug zu Licht und Erneuerung könnte ich mir auch vorstellen, dass hier für Mönche ein guter Ansatzpunkt für die Verbreitung des Evangeliums war.
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Ashmodai
Gast





BeitragVerfasst am: 28.02.2012, 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

Auf jeden Fall.
Das ist ja fast ein Paradebeispiel für die Vermischung und die gegenseitige Inspiration der Kelten, Germanen und Römer.
Und ich denke, dass es gerade Gottheiten wie Maponos waren, welche es den frühen Keltenchristen ganz besonders leicht machten, ihre Glaubenswelten miteinander zu vereinen. Wenn ich mich da richtig belesen habe, teilen sich ja (was Wunder) Maponos/Apollon und Jesus den "Geburtstag". Winken
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Victoria
Gast





BeitragVerfasst am: 28.02.2012, 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, was den Geburtstag angeht, war Mithras nicht auch einer, der am 21.12. wiedergeboren wird? Ist er vielleicht auch eine Erscheinungsform des Maponos?
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Éori
Gast





BeitragVerfasst am: 28.02.2012, 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht sind beide eher Erscheinungsformen des gleichen zugrundeliegenden Prinzips? Sobald sich jemand Gedanken darüber gemacht hat, kommt bei Licht- und Sonnengöttern ja nur der 21.12. als Geburtstagsdatum in Frage. Smilie
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Ashmodai
Gast





BeitragVerfasst am: 28.02.2012, 18:28    Titel: Antworten mit Zitat

Es sind halt alles Sonnengötter. Da pflichte ich Éori bei. Smilie
(Wobei mir wieder einfällt, dass der Kölner Dom bezeichnenderweise auf einem Mithrastempel steht.)
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