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Neue Erkenntnisse über Stonehenge

 
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Wolfsblut
Gast





BeitragVerfasst am: 14.12.2009, 20:27    Titel: Neue Erkenntnisse über Stonehenge Antworten mit Zitat

Gestern wurde in der ZDF Sendung TerraX erstaunliche neue Erkenntnisse über den Steinkreis bekannt gegeben. Ein britischer Archäologe, war schon lange Zeit der Meinung, der sichbare Kreis aus Steinen, sei nur ein kleiner Teil einer viel größeren Anlage. Zu der Vermutung ist er gekommen, denn in der Nähe von Stonehenge fand man einen großen Kreis aus verfaulten Holz. Nach der Rekostruktion wies er Holzkreis erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Steinkreis auf. Auch er war nach der Sonne ausgerichtet. Zwischen den beiden Kreisen liegt eine auffällige, längliche Erhebung, so wie ein gewaltiger Erdwall, der Korsus (<--keine Ahnung ob man das Wort so schreibt). Grabungen ließen darauf schließen, dass dieser künstlich geschaffen wurde. Durch den Fund eines bearbeiteten Hirschgeweihes, das zum Graben verwendet wurde, konnte das Alter des Korsus bestimmt werden. Die Radiocarbonanalyse datiert das Geweih auf ca 2600 v. Chr.
Auch der Holzkreis lag in einen kreisförmigen Erdwall, dem Henge. Früher nahm man an, dass sich im Henge eine prähistorische Siedlung befand. Doch man konnte bei früheren Grabungen nichts finden. Der britische Archäologe grub außerhab des Henge. Dort befand sich eine riesige Siedlung. Diese Siedlung wurde nur zu der Zeit um die Sonnenwenden bewohnt. Die Clans kamen dort zusammen. Sie glaubten nämlich damals schon, dass die Zeiten der Sonnenwenden eine magische Zeit ist. Sie pilgerten zu den Steinernen Kreis, der das Jenseitige, das Bestandhabende symbolisierte. Dort warteten sie, so der Archäolge, auf das Wiederkommen der Sonne. Als bei der Sommersonnenwende die lebensspendende Sonne zwischen den Peilsteinen wieder aufging, gingen die Menschen zum hölzeren, dieseitigen Kreis und feierten dort die Sonnwende. Der Stein symbolisierte das Unvergängliche, das Holz das Vergängliche. Knochenfunde von Schafen, Ziegen und Schweinen fand man beim Holzkreis im Übermaß. Es waren also Feste im Überfuss die das vertrauen in die Sonne repräsentieren sollte. 9 Monate später kamen die Kinder dieser Nacht zur Welt...
Zur Wintersonnwende feierte man das Wiederkommen und das wieder stärker werden der Sonne.
Aber auch Prozessionswege zwischen den Kreisen und den nahegelegenen Fluss Avan, der damals viel breiter war als heute. Man nimmt an, dass man dort die Asche der Toten (die Briten äscherten damals ihre Toten ein) in langen Prozessionen der Fließkraft Wassers übergaben. Die Seelen der Toten sollten im Fluss ins Jenseits fließen.

Ich denke, es sind viele, interessante Erkenntnisse, die tiefe Einblicke in die Glaubenswelt der alten Briten zulassen. Wenn man bedenkt welchen riesen Aufwand die Leute für ihren Glauben betrieben haben: Der Steinkreis mit den riesigen Steinen und ein ganzes Dorf, nur für die Zeit der Kulthandlungen.
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Delian
Gast





BeitragVerfasst am: 15.12.2009, 00:07    Titel: Antworten mit Zitat

Woher weiß der Archäologe, dass die Siedlung ausschließlich zurzeit der Sonnenwende genutzt wurde und nicht das ganze Jahr über?
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Frauke
Gast





BeitragVerfasst am: 15.12.2009, 08:55    Titel: Antworten mit Zitat

http://terra-x.zdf.de/ZDFde/inhalt/21/0,1872,7957237,00.html
Ich hab grade keine Zeit das genauer zu beguggen aber kann sein das es da erläuter wird. Interessieren tut mich das auch..
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Delian
Gast





BeitragVerfasst am: 15.12.2009, 09:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ok, ich habe die Antwort gefunden und sie zeigt, dass Pearson einen sakralen Fehler macht, der jede wissenschaftliche Arbeit wertlos macht: er interpretiert nicht existierendes.

In den WIssenschaften ist es ein absoluter Grundsatz, nur das zu interpretieren, was auch wirklich da ist. Interpretationen aus dem nicht vorhanden sein von Daten zu ziehen ist unwissenschaftlich.

Pearson postuliert zunächst, dass die Menschen, die um STonehenge gelebt haben, Bauern waren.
Dann stellt er fest, dass er in seinen Siedlungen keinerlei Werkzeuge oder Materialien finden, die auf Agrarkultur hinweisen.

Daraus zieht er den Schluss, dass die Siedlung nicht das ganze Jahr über besiedelt war.

Diese induktive Schulssfolgerungsart ist beschämend. Seine Ausgrabungegn ergeben lediglich, dass die Bewohner von Stonehenge zurzeit der Besiedlung keine Landwirtschaft betrieben haben, mehr nicht.

Es ist sehr schade, wie eine solch sensationelle Entdeckung durch unwissenschaftliches Arbeiten kaputt gemacht wird. Anscheinend ist ihm der Rausch der Ausgrabung zu sehr zu Kopf gestiegen und hat seine Fantasie übermäßig beflügelt. Sehr, sehr schade.
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Éori
Gast





BeitragVerfasst am: 15.12.2009, 11:39    Titel: Antworten mit Zitat

Delian hat Folgendes geschrieben:

In den WIssenschaften ist es ein absoluter Grundsatz, nur das zu interpretieren, was auch wirklich da ist. Interpretationen aus dem nicht vorhanden sein von Daten zu ziehen ist unwissenschaftlich.


Ich glaube, das ist so nicht ganz richtig. Gerade in der Archäologie sagt das Fehlen eines Indizes in einer ansonsten so gut erhaltenen Artefaktensammlung sehr viel aus und ist keineswegs unwissenschaftlich. Pflüge und Grabhacken findet man im Bereich neolithischer Siedlungen eigentlich sonst schon, auch Pfostenlöcher und Mauerreste, die Äcker umzäunt haben, und das Finden solcher Unmengen von Haustierknochen in einer Zeit, als Fleisch kaum ein Viertel der menschlichen Nahrung ausgemacht hat, würde auch ich als Laie mit meinem hobbymäßigen Interesse für die Vor- und Frühgeschichte dahingehend interpretieren, dass dieser Ort nicht ständig bewohnt wurde, sondern besondere Bedeutung hatte. Eine standorttreue Menschenmenge diesen Ausmaßes hätte sich ohne Ackerbau und nur auf Basis von Jagd und Viehzucht nie über Jahre hinweg ernähren können. Allein was das Vieh an Weideland gebraucht hätte. Ich weiß, du (und auch ich) kommst aus den Geisteswissenschaften, wo es ein absolutes Tabu ist, ohne fundierte Textgrundlage Aussagen zu treffen, aber die Archäologie arbeitet da vielmehr kriminalistisch und ist schon aufgrund fehlender Aufzeichnungen und weniger Artefakte gezwungen, vieles zu vermuten und sich selbst zu erschließen. Ich würde eher mal behaupten, dass diese knappe ZDF-Programm-Zusammenfassung ein bisschen reisserisch verfasst ist (sie mussten! Sie haben bestimmt! Es kann nur bedeuten, dass...!). Winken

lg

Ben
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Delian
Gast





BeitragVerfasst am: 15.12.2009, 14:07    Titel: Antworten mit Zitat

Bendise, fehlende Agrarwerkzeuge sagen nur aus, dass diese Menschen um Stonehenge keinen Ackerbau betrieben haben. Mehr nicht. Alles weitere ist bloße Spekulation und in die Luft raten. Aus den vielen Möglichen Erklärung EINE einzelne herauszunehmen und als einzig mögliche Wahrheit zu verkaufen ist unwissenschaftlich.

Ich könnte jetzt auch ganz blind irgendwas behaupten:

Um Stonehenge lebte eine riesige Gemeinschaft von Priestern und Mönchen, die von den Tributzahlungen lebten, die aus ganz England kamen. Die Priester lebten von der Nahrung, die ihnen gebracht wurde und haben deshalb selber keine Agrarwirtschaft betrieben.

Das ist eine völlig aus der Luft gegriffene Behauptung, die sich einzig und allein auf dem Fehlen von Artefakten stützt, genau wie die von Pearson, dass die Siedlung nur zur Wintersonnenwende bewohnt wurde. Weder für die Wintersonnenwende noch für die Tributzahlungen gibt es irgendwelche Hinweise. Alles stützt sich darauf, dass Gegenbeweise fehlen. So arbeiten ernste Wissenschaftler nicht.
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Victoria
Gast





BeitragVerfasst am: 15.12.2009, 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube so neu ist diese These nicht. Ich habe das vor ein oder zwei Jahren schon mal im Fernsehen gesehen. Oder ich habe Vorahnungen. In die Wissenschaftsdiskussion mische ich mich mal nicht ein. Winken
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Wolfsblut
Gast





BeitragVerfasst am: 15.12.2009, 15:51    Titel: ... Antworten mit Zitat

Es ist richtig, dass das fehlen von Ackergerärten usw nicht unbedingt dafür spricht, dass das Gebiet nicht das ganze Jahr bewohnt wurde. Es könnte gut sein, dass es sich ähnlich der Siedlungen der Pyramidenbauer und reine Handwerkersiedlungen gehandelt hat, die von extern mit dem Lebensnotwendigen versorgt wurde. Dies wäre meiner Meinung nach durchaus möglich, denn die Präzision der Stonehenge-Anlage selbst und der handwerklichen Präzision in dieser frühen Zeit, könnte darauf schließen lassen, dass es sich bei den Bewohnern der Ortschaft um reine Facharbeiter gehandelt haben muss.
Aber dafür hätte man mehr Abfall finden müssen. Nicht nur die Tierknochen der Sonnwendfeuern.
Vielleicht findet man ja noch irgendwann ein "altertümliche Müllkippe" oder einen Pflug und man muss die Theorie wieder über den Haufen werfen. Doch bis dahin ist es durchaus möglich.
Bis zum Fund eines künstlichen Wasserlochs im Norden Deutschland, hielt man es auch für unmöglich, dass dort so früh schon Jäger herumzogen, eben weil man da überhaut nichts von Menschen fand. (Wasserloch war zum auflaueren auf Beutetiere bestimmt).
Und überhaupt finde ich diese neuen Fakten überaus faszinierend und ich denke der Ruhm des Entdeckers sollte wegen seiner Meinung zu der Siedlung nicht geschmälert werden.
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Éori
Gast





BeitragVerfasst am: 15.12.2009, 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

Delian hat Folgendes geschrieben:
Aus den vielen Möglichen Erklärung EINE einzelne herauszunehmen und als einzig mögliche Wahrheit zu verkaufen ist unwissenschaftlich.


Hat Parker Pearson denn seine These als die einzig mögliche Wahrheit hingestellt? Ich glaube nicht. Winken Man muss meiner Meinung nach unterscheiden zwischen den Publikationen eines Wissenschaftlers und der Art und Weise, wie Dokumentationen für ein in dieser Hinsicht nicht ausgebildetes Publikum aufbereitet werden. Deine These ist im Übrigen auch nicht schlecht, und Wolfsbluts Theorie über die Facharbeitersiedlung hat auch was für sich. Smilie

Bevor wir (zwei) uns jetzt in semiwissenschaftlichen Haarspaltereien verlieren, möchte ich nur mal sagen, worum's mir eigentlich geht: Ich persönlich finde es ein wenig unfair, die Arbeit eines Menschen als unwissenschaftlich und bloß induktiv abszustempeln, obwohl man selber a) von diesem Wissenschaftler keine Publikationen gelesen hat, b) in diesem Fachbereich nicht unbedingt bewandert ist und c) von der Arbeit lediglich über spärliches und teilweise leicht populistisches Dokumaterial eines Fernsehsenders weiß. Das ist nur meine persönliche Meinung, ich bin ja selber auch kein promovierter Historiker. Es ist dein gutes Recht und wichtiger Bestandteil des Diskussionsklimas, Pearsons Theorie abwegig zu finden, und darin widerspricht dir auch niemand, ich am allerwenigsten. Aber ich denke, du tust diesem Mann und seiner Hypothese (denn es ist nichts anderes) Unrecht, wenn du seinen Ansatz aus einer recht anmaßenden Haltung heraus als unwissenschaftlich verdammst, bloß weil das ZDF keine akademische Aufzeichnung der Fakten, sondern eine unterhaltsame und interesseweckende Nachmittagsdoku draus gemacht hat, in der Pearson geschätzte zweieinhalb Minuten lang selber zu Wort kommt. Smilie

Delian hat Folgendes geschrieben:
Alles stützt sich darauf, dass Gegenbeweise fehlen. So arbeiten ernste Wissenschaftler nicht.

Du wirst lachen, aber das ist eigentlich seit zunehmender Überwindung des Positivismus ein Hauptarbeitsansatz der Wissenschaft. Winken Nennt sich Falsifizierung und ist Teil des kritischen Rationalismus nach Popper.

Wenn jetzt noch Diskussionsbedarf zur Wissenschaftstheorie an sich oder archäologischen Arbeitsmethoden besteht, bitte ich das per PN zu diskutieren oder einen neuen Thread zu eröffnen, weil's vom eigentlichen Thema wegführt. Smilie

lg

Ben
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